Burnout-Syndrom

„Ich bin nicht mehr ich selbst – ich stehe nur noch unter Strom"

Langfristige Belastungen im privaten und beruflichen Umfeld können bei mangelnden Ausgleichsmöglichkeiten zu einer Erschöpfungsdepression, dem sogenannten Burnout-Syndrom, führen.

Betroffene Menschen erleben Phasen, in denen die Anforderungen von Alltag und Beruf zu viel werden. Sie berichten von einer hohen Arbeitsdruck bei ausgeprägter Verantwortung, übermäßigen Arbeitsstunden und generell hohen Anforderungen an die eigene Leistungsfähigkeit. 

Fehlende Anerkennung und ein wenig unterstützendes Umfeld können ebenso zu chronischem Stresserleben beitragen, wie bestimmte Persönlichkeitseigenschaften.

Dazu gehören etwa Perfektionismus, Schwierigkeiten, sich angemessen abzugrenzen, die Unfähigkeit, auch einmal Nein zu sagen, oder ein ausgeprägtes Harmoniebedürfnis. Dadurch kann das Risiko für eine Erschöpfungsdepression steigen.

Nebeneinanderliegende Streichhölzer die zunehmend mehr abgebrannt sind als visuelle Metapher für Burnout

Was ist ein Burnout-Syndrom?

Kann ein chronisches Stresserleben über einen längeren Zeitraum nicht ausreichend durch bspw. Ruhepausen oder (emotionales) Abgrenzen ausgeglichen werden, kann sich ein Burnout-Syndrom entwickeln. Typische Anzeichen sind eine zunehmende Erschöpfung, eine innere Distanz bspw. zu den Aufgaben auf der Arbeit sowie das Gefühl, den eigenen Anforderungen nicht mehr gerecht werden zu können. Betroffene erleben häufig eine deutliche Einschränkung ihrer Leistungsfähigkeit und Lebensqualität.

Die ICD-10 ist ein internationales Klassifikationssystem, mit dem Krankheiten und Gesundheitsprobleme einheitlich erfasst werden. In ihr wird „Burnout“ nicht als eigenständige psychische Erkrankung geführt, sondern als Zustand starker Erschöpfung im Zusammenhang mit Problemen bei der Lebensbewältigung. Wichtig ist, ärztlich zu klären, ob die Beschwerden mit einer anderen psychischen Erkrankung zusammenhängen, zum Beispiel mit einer Depression, Angststörung oder Schmerzstörung.

Wie entsteht ein Burnout-Syndrom?

Von der Arbeit erschöpfte Frau sitzt in Dunkeln am Schreibtisch und hält sich den Kopf.

Ein Burnout-Syndrom entsteht häufig schleichend, wenn Belastungen über eine längere Zeit größer sind als die verfügbaren Möglichkeiten zur Erholung und Bewältigung.

Einflussnehmende Faktoren können sein:

  • dauerhaft hoher Arbeitsdruck
  • familiäre Herausforderungen
  • fehlende Erholungszeiten
  • ein Perfektionismus mit konstant hohen Erwartungen an sich selbst
  • wenig Einflussmöglichkeiten im Beruf
  • ungelöste zwischenmenschliche Konflikte
  • fehlende Anerkennung oder Unterstützung
  • dauerhafte emotionale Belastung

Dabei berichten Betroffene, dass häufig nicht nur die Menge der anfallenden Arbeitsaufgaben eine Rolle spielt, sondern auch das Gefühl, ständig unter Druck zu stehen oder keine Kontrolle über die Situation zu haben.

Welche Symptome können auftreten?

  • Körperliche Erschöpfung
    • Schlafprobleme, Ausgelaugtheit, geringe Belastbarkeit, Anspannung, Kopfschmerzen, Kiefer- und Muskelverspannungen, Magen-/Darmprobleme  
  • Emotionale Veränderungen
    • innere Leere, anhaltend niedergedrückte Stimmung, Gereiztheit, Gefühl der Überforderung, fehlende Motivation, Interessensverlust, sozialer Rückzug, „Abgestumpftheit“
  • Distanz zur Arbeit
    • Gleichgültigkeit und eine negative Einstellung gegenüber Aufgaben und arbeitsbezogenen Themen, Zynismus oder Frustration („Warum tue ich mir das eigentlich noch an?“)
  • Gefühl verringerter Leistungsfähigkeit
    • Konzentrationsprobleme, Selbstzweifel, sinkende Arbeitsleistung

Wann ist die stationäre Behandlung eines Burnout-Syndroms sinnvoll?

Eine stationäre Behandlung in einer spezialisierten Klinik ist empfehlenswert, wenn:

  • die Erschöpfung stark ausgeprägt ist und es Schwierigkeiten in der Alltagsbewältigung gibt,
  • anhaltender Stress, innere Anspannung oder Schlafprobleme zunehmen,
  • die ambulante Unterstützung nicht ausreicht oder an ihre Grenzen stößt,
  • komorbide Erkrankungen bestehen, etwa Zwangsstörungen, Angststörungen oder körperliche Beschwerden.

In der geschützten Umgebung einer Klinik können Betroffene Abstand von dem „Hamsterrad“ gewinnen, zu Kräften kommen und sich intensiv mit den auslösenden und aufrechterhaltenden Faktoren der Überlastung auseinandersetzen. 

Die vita nova kliniken bietet dabei einen Behandlungsplan, der Folgendes ermöglicht:

  • Erholung
  • Stabilisierung
  • Entwicklung neuer Strategien im Umgang mit emotionalen Belastungen

Wie behandeln wir einen Burnout in den vita nova kliniken?

Psychotherapie

Arzt im Gespräch mit Patientin.

Der Schwerpunkt der psychotherapeutischen Behandlung eines Burnout-Syndroms liegt im Erkennen und Verändern einflussnehmender und aufrechterhaltender Denk- und Verhaltensmuster, die zu Überlastung und anhaltendem Stress beigetragen haben. 

In der psychotherapeutischen Arbeit im Einzel- und Gruppensetting werden ebendiese Muster, hohe Leistungsansprüche und ungünstige Bewältigungsstrategien gemeinsam verstanden, reflektiert und Veränderungsmöglichkeiten erprobt. 

Gleichzeitig werden die individuellen Ressourcen gestärkt und Wege zu mehr Resilienz und einer besseren Stressbewältigung entwickelt, so dass eine Balance entstehen kann, die längerfristig zu mehr Zufriedenheit und Lebensfreude führt.

Ärztliche Begleitung und ergänzende Verfahren

Je nach Situation können Medikamente vorübergehend oder begleitend eingesetzt werden, etwa zur Behandlung von komorbid auftretenden depressiven Erkrankungen, Angst oder Schlafstörungen. 

Bei körperlichen Beschwerden oder chronischen Schmerzen stehen zusätzlich physikalische und physiotherapeutische Maßnahmen zur Verfügung, in enger Zusammenarbeit mit der im Haus befindlichen Physiotherapiepraxis.

Körper- und Gestaltungstherapie

Ein Burnout-Syndrom betrifft neben der kognitiven Ebene besonders das emotionale Erleben und den Umgang mit sich selbst. Deshalb ergänzen wir die psychotherapeutischen Ansätze durch:

  • Kunst- und Gestaltungstherapie, um Gefühle und innere Bilder auszudrücken, wenn Worte fehlen.
  • Körper- und Bewegungstherapie zur Verbesserung der Körperwahrnehmung und zum Abbau innerer Anspannung.
  • Entspannungs- und Achtsamkeitsverfahren, um Stress zu regulieren und innere Ruhe zu fördern.

Diese Angebote helfen, sich selbst anders zu spüren, neue Erfahrungen mit Nähe und Abstand zu machen und innere Spannungen besser zu regulieren.

Patient verwischt bei der Gestaltungstherapie rote Farbe mit der Hand auf einer Leinwand
Bewegungstherapeutin mit Patient.
Patientin während der Craniosacraltherapie
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