Behandlungskonzept

Das Behandlungskonzept der vita nova kliniken beruht auf 5 zentralen Säulen, die gemeinsam eine umfassende und nachhaltige therapeutische Versorgung ermöglichen. Jede dieser Säulen trägt mit ihrem spezifischen Ansatz dazu bei, den individuellen Heilungsprozess bestmöglich zu unterstützen:

  • Psychotherapie
  • Ärztliche Behandlung
  • Pharmakotherapie
  • Pflegedienst
  • Empowerment
Ärzte und Therapeuten der vita nova kliniken Bad Salzuflen in Diskussion vor einem Schaubild

1. Psychotherapie

Wir verstehen unter Psychotherapie die Heilung oder Linderung von psychischen (seelischen) Erkrankungen und psychisch bedingten körperlichen Störungen durch die Anwendung psychologischer Behandlungsmethoden gemeinsam mit dem Patienten.

Das Psychotherapeutengesetz definiert Psychotherapie wie folgt:

„[…] Psychotherapie beschreibt jede mittels wissenschaftlich anerkannter psychotherapeutischer Verfahren vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Störungen mit Krankheitswert […]“

Arzt im Gespräch mit einem Patienten.

Der Schwerpunkt der psychotherapeutischen Behandlung in den vita nova kliniken liegt auf verschiedenen Formen der Einzel- und Gruppenpsychotherapie, die leitliniengerecht angewendet werden. Ziel der Psychotherapie ist es, gemeinsam mit dem Patienten ein individuelles Störungsbild zu erarbeiten, das die Entstehung und Aufrechterhaltung der Krankheitssymptome ausreichend erklärt. Dieses Störungsmodell (Psychodynamik/Verhaltensanalyse) bildet die Grundlage für heilsame therapeutische Maßnahmen. Moderne Erkenntnisse der Neurobiologie und Hirnforschung werden dabei berücksichtigt.

Das Erklärungsmodell benötigt wichtige Informationen aus der frühkindlichen Lebenserfahrung. Beziehungserfahrungen zu Eltern, Geschwistern und weiteren Bezugspersonen werden reflektiert, um fördernde oder hemmende Glaubenssätze zu identifizieren. Da frühkindliche Erfahrungen oft unbewusst sind, setzen wir tiefenpsychologische Verfahren oder daraus abgeleitete verhaltenstherapeutische Techniken ein, um diese Glaubenssätze aus dem „Dort und Damals“ ins „Hier und Jetzt“ zu holen. So erhält der Patient die Möglichkeit, Therapieziele anzupassen und zu verändern.

Diese Glaubenssätze beeinflussen die Emotionen des Patienten und sind im emotional-episodischen Gedächtnis gespeichert. Nach dieser biographischen Analyse werden die lebensgeschichtlichen Zusammenhänge der Symptome sichtbar. Ebenso wichtig ist es, die Symptome im „Hier und Jetzt“ zu verstehen. Evaluierte Methoden der Verhaltenstherapie identifizieren auslösende Bedingungen und aufrechterhaltende Faktoren. Frühkindliche Glaubenssätze und erwachsene Oberpläne können miteinander in Beziehung gesetzt und daraus Therapieziele abgeleitet werden. Alle therapeutischen Angebote berücksichtigen dabei Vergangenheit und Gegenwart.

2. Ärztliche Behandlung

Ärztin untersucht Patientin mit Stetoskop.

In den vita nova kliniken arbeiten derzeit vier erfahrene Fachärzte für Psychiatrie, Psychosomatik, Psychotherapie und Neurologie. Sie begleiten die Patienten in verschiedenen Therapiebausteinen. Am Aufnahmetag begrüßt der Bezugsfacharzt den Patienten, erhebt den aktuellen psychischen Befund, verordnet notwendige Maßnahmen einschließlich Medikation und sichtet vorhandene Vorbefunde. Viele Patienten kennen die Klinik bereits aus einem ausführlichen Vorgespräch. In den darauffolgenden Tagen wird gemeinsam der individuelle Therapieplan erstellt.

In der ersten Woche erfolgt eine neurologische Aufnahmeuntersuchung, um organische Ursachen auszuschließen und ggf. weitere Diagnostik einzuleiten. Anschließend werden erforderliche therapeutische Maßnahmen, einschließlich Physiotherapie, verordnet. Diese erfolgen teils in Kooperation mit externen Praxen; im Haus steht zudem die Physiotherapiepraxis MEDIFIT im Roonhof zur Verfügung.

Wöchentliche psychiatrische Visiten – bei Bedarf häufiger – geben Raum, Krankheitssymptome, Medikation, Therapieprozess und Entlassplanung zu besprechen. Der Bezugsfacharzt leitet zudem mehrmals pro Woche die Basistherapiegruppe und arbeitet dabei eng mit einem Psychotherapeuten im Tandem zusammen. Ergebnisse aller Maßnahmen werden täglich in den von den Fachärzten geleiteten Teambesprechungen abgestimmt. Regelmäßige Fallbesprechungen, Intervisionen und externe Supervision sichern die therapeutische Qualität. Bei psychosozialen Fragen unterstützt ein erfahrener Sozialarbeiter.

Zum Abschluss der Behandlung führt der Bezugsfacharzt ein ausführliches Entlassungsgespräch und organisiert die nachstationäre Weiterbehandlung.

3. Pharmakotherapie

Die Patienten werden frühzeitig und umfassend über die Möglichkeiten und Grenzen einer leitliniengerechten medikamentösen Behandlung informiert. Dabei erläutern die Fachärzte verständlich Wirkmechanismen, potenzielle Nebenwirkungen sowie mögliche Risiken, sodass jeder Patient eine eigenverantwortliche Entscheidung für oder gegen eine Pharmakotherapie treffen kann.

Im Rahmen der regelmäßigen Visiten werden notwendige Dosisanpassungen, die erlebten Wirkungen und eventuelle Nebenwirkungen ausführlich besprochen. Ebenso werden erforderliche Laboruntersuchungen veranlasst und gemeinsam ausgewertet. Zum Einsatz kommen dabei vor allem Antidepressiva, Medikamente zur Phasenprophylaxe sowie Neuroleptika – jeweils entsprechend der individuellen Diagnose und unter sorgfältiger Risiko-Nutzen-Abwägung.

Die Fachärzte verzichten bewusst auf die Verordnung von Medikamenten mit Abhängigkeitspotential wie Benzodiazepinen oder klassischen Schlafmitteln. Nur in seltenen Ausnahmesituationen oder akuten Notfällen werden solche Substanzen kurzfristig und streng kontrolliert eingesetzt.

Im Sinne einer sicheren und wirksamen Behandlung werden alle Patienten gebeten, während des Klinikaufenthaltes und der Einnahme von Psychopharmaka auf Alkohol- und Cannabiskonsum konsequent zu verzichten. Bei begründetem Verdacht können Atemalkoholkontrollen durchgeführt werden, stets in transparenter Absprache und mit dem Ziel, den therapeutischen Prozess bestmöglich zu schützen.

4. Pflegedienst

Zwei Krankenpflegerinnen sprechen im Stehen an einem Thresen mit einem Patienten.

Das kompetente Pflegeteam der vita nova kliniken steht den Patienten rund um die Uhr zur Verfügung. Eine zugewandte, einfühlsame und fördernde Haltung bildet die Grundlage unseres pflegerischen Selbstverständnisses. Im Mittelpunkt steht dabei stets die wertschätzende Begegnung von Mensch zu Mensch.

Unsere Arbeit orientiert sich am Pflegetheoriemodell nach Dorothea Orem. Dieses geht davon aus, dass jeder Mensch grundsätzlich in der Lage ist, seine Selbstpflegebedürfnisse eigenständig zu erfüllen. Bei psychischen, körperlichen oder psychosomatischen Erkrankungen kann diese Fähigkeit jedoch vorübergehend eingeschränkt sein. In solchen Situationen unterstützen die Mitarbeitenden des Pflegedienstes den Patienten dabei, diese Kompetenz schrittweise wiederzuerlangen. Die Unterstützung erfolgt ressourcenorientiert, individuell angepasst und kann sowohl stabilisierende als auch motivierende Impulse beinhalten. Ziel ist es, Spannungen zu reduzieren, hilfreiche Skills zu vermitteln und Achtsamkeit sowie wohlwollende Selbstfürsorge zu fördern.

Beziehungspflege ist ein zentraler Bestandteil unseres Pflegekonzeptes. Bereits bei der Aufnahme wird jeder Patient freundlich begrüßt und umfassend pflegerisch aufgenommen – einschließlich Pflegeplanung, Erfassung der Vitalparameter und der sicheren Organisation der Medikation. Die Medikamentenausgabe erfolgt mehrmals täglich im Dienstzimmer und bietet zugleich den Rahmen für kurze diagnostische Gespräche, die der Einschätzung der aktuellen Befindlichkeit dienen. Bei deutlichen Veränderungen wird umgehend der Bezugsarzt hinzugezogen. Auch Blutabnahmen erfolgen im Pflegedienstzimmer.

In Krisensituationen ist das Pflegeteam häufig erster Ansprechpartner und stellt schnell den Kontakt zu ärztlichen oder therapeutischen Bezugspersonen her. Ärztlicher Dienst und Pflegedienst werden zudem regelmäßig im Notfallmanagement geschult, um jederzeit eine sichere und professionelle Versorgung gewährleisten zu können.

5. Selbsthilfe / Empowerment

Ein Arzt erklärt vor einem Flipchart das Thema 'Selbstbegegnung'. Im Fokus sind die Wörter 'Vertrauen' und 'Selbstliebe'.

Moderne psychiatrische und psychotherapeutische Behandlungskonzepte erkennen an, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen im Verlauf ihrer Krankheitsgeschichte eine wertvolle Betroffenenkompetenz entwickeln. Dieses Wissen – gewonnen durch persönliche Erfahrung, Psychoedukation, Psychotherapie und ärztliche Begleitung – bildet eine wichtige Ressource, die in den professionell geleiteten Therapieeinheiten bewusst aufgegriffen und gestärkt wird.

Die vita nova kliniken bieten Räume für heilsame Begegnungen, sowohl im therapeutischen Setting als auch im freien Austausch untereinander. Wertschätzende Gespräche, gegenseitige Unterstützung und der Aufbau tragfähiger Beziehungen ermöglichen es den Patienten, ihre Betroffenenkompetenz aktiv einzubringen und für Stabilisierung und Heilung zu nutzen. Auf diese Weise entstehen oftmals neue Formen von Wertschätzung, Bindung und Freundschaft – Erfahrungen, die vielen psychisch erkrankten Menschen in ihrer Lebensbiographie bislang nur begrenzt zur Verfügung standen.

Wenn es indiziert und hilfreich ist, können Patienten außerhalb der Therapiezeiten externe, indikationsspezifische Selbsthilfegruppen besuchen. Darüber hinaus sind ehemalige Patienten herzlich eingeladen, mittwochs an der angeleiteten Ehemaligengruppe teilzunehmen, um Austausch, Verbundenheit und gegenseitige Unterstützung auch nach der Entlassung fortzuführen.

Ein männlicher Patient steht am Empfangsbereich und erhält Aufnahmeunterlagen von einer Mitarbeiterin

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