Informationen
für Angehörige
Psychische und psychosomatische Erkrankungen betreffen nie nur einen Menschen allein. Sie wirken sich auf Partnerschaft, Familie und Freundeskreis aus – und Angehörige tragen oft über lange Zeit eine hohe Verantwortung. In den vita nova kliniken Bad Salzuflen verstehen wir Angehörige daher als wichtige Partner im Behandlungsprozess.
Unser Verständnis von Beziehungsmedizin
Psychiatrie und Psychosomatik verstehen wir als Beziehungsmedizin: Körperliche und seelische Gesundheit hängen eng mit Beziehungen und Lebensumfeld zusammen. In der Behandlung berücksichtigen wir deshalb nicht nur Symptome, sondern auch biografische Erfahrungen, familiäre Muster, berufliche Belastungen und das aktuelle soziale Netzwerk. Wo immer möglich, beziehen wir Angehörige ein – respektvoll, strukturiert und unter Wahrung der Schweigepflicht.
Möglichkeiten der Einbindung
Die konkrete Einbindung von Angehörigen wird individuell mit der Patientin bzw. dem Patienten abgestimmt. Mögliche Elemente sind zum Beispiel:
- Informations- und Orientierungsgespräche, in denen Diagnose, Behandlungsansatz und mögliche Verläufe verständlich erläutert werden
- gemeinsame Gespräche mit Patient und Angehörigen, in denen Erwartungen, Grenzen und Unterstützungswünsche geklärt werden
- Beratung zu Fragen des Umgangs im Alltag, z. B. bei Rückzug, Antriebslosigkeit, Ängsten oder chronischen Schmerzen
- Einbindung des Sozialdienstes bei sozialrechtlichen oder beruflichen Fragestellungen (z. B. Wiedereinstieg in den Beruf, Unterstützungsangebote nach der Entlassung)
Ob und in welchem Umfang Angehörige beteiligt werden, entscheidet die Patientin bzw. der Patient – Transparenz und Freiwilligkeit sind für uns entscheidend.
Begleitung vor, während und nach dem Aufenthalt
Bereits vor einer stationären Aufnahme können Angehörige – mit Einverständnis des Betroffenen – in Vorgespräche einbezogen werden, um die Situation zu schildern, offene Fragen zu klären und Sorgen anzusprechen. Während des Aufenthalts sind ärztliche und therapeutische Ansprechpartner nach Vereinbarung für Rückfragen verfügbar; am Ende der Behandlung werden im Entlassungsgespräch auch die Zeit danach, ambulante Weiterbehandlung und Entlastungsmöglichkeiten im häuslichen Umfeld besprochen.
Information und Aufklärung
Wer einem nahestehenden Menschen bei Depression, Erschöpfung oder Angst zur Seite steht, kennt Gefühle von Sorge, Hilflosigkeit, Erschöpfung oder auch Ärger und Überforderung. Häufig haben Angehörige schon früh Veränderungen bemerkt, versucht zu stützen, zu motivieren oder zu entlasten – nicht selten an der Grenze der eigenen Kräfte. Gleichzeitig bestehen Fragen: Was ist „noch normal“, wann braucht es professionelle Hilfe, wie gelingt die Balance zwischen Unterstützung und Selbstschutz?
Informationen zu verschiedenen psychischen Krankheitsbildern finden Sie auch in unserem Informationsportal.
Grenzen – und Selbstfürsorge für Angehörige
So wichtig Unterstützung durch Angehörige ist, so wichtig ist auch deren eigene Gesundheit. Niemand kann auf Dauer nur geben, ohne für sich selbst zu sorgen. Deshalb ermutigen wir Angehörige ausdrücklich, auf eigene Grenzen, Warnsignale und Bedürfnisse zu achten und gegebenenfalls selbst Beratung oder therapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Selbstfürsorge ist kein Egoismus, sondern Voraussetzung für tragfähige, langfristige Beziehungen.
Wenn Sie Angehörige oder Bezugsperson eines Menschen sind, der bei uns in Behandlung ist oder über eine Aufnahme nachdenkt, können Sie sich – mit seinem Einverständnis – gerne an uns wenden. Gemeinsam klären wir, welche Form der Einbindung für alle Beteiligten sinnvoll und hilfreich ist.
Machen Sie den ersten Schritt...
Kontaktieren Sie uns für eine individuelle Beratung telefonisch, oder füllen Sie das untenstehende Kontaktformular aus. Eine Aufnahme ist im Regelfall kurzfristig möglich.